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"Prolog"Es begann im Sommer 2004. Für Schießwart Winfried Vorbeck war es großer Wunsch, eine Jugend-Schießgruppe in den Räumlichkeiten der neu errichteten Schießbahn zu gründen. Erste Vorüberlegungen fanden ein frustrierendes Ende: eine ganze Reihe von Lehrgängen mussten absolviert, mehrere "Scheine" erlangt werden und dies für den Wunsch, Jugendlichen das Schützenleben attraktiver zu machen. Der Traum wurde zu den Akten gelegt. Ein Meilenstein war dann Jubiläumsfest der Siedlergemeinschaft "Eika" am 23.06.2007. Unser Schützenverein veranstaltete ein kleines Preisschießen. Aus einem Kurzbericht von Schießwart Winfried Vorbeck: "Auch wenn es am Rande der Legalität war, nutzten Torsten Lengsfeld und ich die teilweise schwache Beteiligung, um einigen Jugendlichen das Luftgewehr–Schießen näher zu bringen. Mehr als ein halbes Dutzend Mädchen und Jungen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren schoss unter unserer Aufsicht aufgelegt und hatte sichtlich Spaß am Schießen. Aus diesem Grund vereinbarten Torsten und ich, uns stark um die Gründung einer Jugendgruppe zu bemühen und die Voraussetzungen hierfür auszukundschaften. Später zeigte auch Silke Bracht großes Interesse, die für die Leitung einer Schieß-Jugendgruppe notwendigen Lehrgänge zu besuchen." Wochenlange Recherchen in Internet, Newsgroups, dem Westfälischen Schützenbund, der Stadt Werne schlossen sich an, um schließlich festzustellen, dass wir eine Erste-Hilfe-Lehrgang, einen Waffensachkunde-Nachweis (mehrtägiger Lehrgang mit Abschlussprüfung) und eine "Jugend Basis Lizenz" (die uns die Berechtigung gibt, Jugendliche beim Schießen zu beaufsichtigen) benötigen. In der Zeit vom November 2007 bis April 2008 besuchten wir die notwendigen Schulungen und Lehrgänge, die natürlich nicht jederzeit angeboten werden. Schließlich trafen wir uns am 13.05.2008 mit dem Vorstand, um die Rahmenbedingungen für eine Jugendgruppe festzumachen. Auch mussten einige Beschlüsse protokollarisch festgehalten werden. Leider stellte sich heraus, dass Torsten Lengsfeld beruflich bedingt mittlerweile nur noch sporadisch Zeit hat, so dass Silke Bracht und Winfried Vorbeck als die Verantwortlichen für die Jugend-Schießgruppe festgelegt wurden und Torsten Lengsfeld sporadisch mithilft. Das erste Treffen sollte am 28.05.2008 um 17:00 Uhr stattfinden. Plakate waren aufgehängt, Flyer verteilt, selbst diese Webseite war im Prinzip eine Art Nebenprodukt der Vorbereitungen. Es blieb das Grübeln, ob überhaupt Interessierte kommen würden.
Erstes Treffen der neuen Jugendgruppe am 28.05.2008Um kurz vor 5 trafen die erste Jugendlichen ein. Bereits um 17:05 Uhr stand fest, dass die "Uraufführung" der Jugendgruppe gelungen war. Folgende sieben Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren können sich als die Gründungsmitglieder der Jugend-Schießgruppe des Schützenvereins Stockum feiern lassen (in alphabetischer Reihenfolge):
Nach einem längeren Pressetermin ging es ans "Eingemachte". Unter Anleitung der beiden Schießwarte schossen die Jugendliche und machten dadurch erste Erfahrungen mit dem Gewehr, wie z.B. die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen, erste Handhabungen mit dem Gewehr wie Laden, Abdrücken oder Zielen. Und wie der Teufel es wollte, gab es sogar die erste Panne: bereits beim ersten Schuss brach bei einem der Gewehre das Abzugszüngel, so dass ein Ersatzgewehr aus dem Schrank geholt werden musste. Nach zwei Stunden waren sowohl die Nachwuchs-Schützen als auch die Schießwarte von diesem ersten Termin ganz angetan. Es sieht so aus, als ob der Mittwoch zunächst einmal als wöchentlicher Termin feststeht. Ob während der Sommerferien weiter geschossen wird, steht noch nicht. Auch hierzu gab es einen schönen Bericht in der Lokalpresse
zweites Schießen am 04.06.2008Mit Rebekka Vorbeck konnte eine weitere Teilnehmerin der Jugendgruppe begrüßt werden. Die Jugendlichen entwickelten schon ersten "sportlichen Ehrgeiz", einige verzichteten schon auf das Auflegen und schossen freihändig. Einige mussten dabe feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist... Die ersten Ergebnisse beim Schießen auf "halbe" Durchgänge (5 Schuss) wurden festgehalten, um den Jugendlichen in der Zukunft ihre Entwicklung zeigen zu können. Ob aufgelegt oder nicht, es wurden schon richtig gute Ergebnisse erzielt.
Natürlich darf man die Ergebnisse nicht vergleichen. Ein kräftiger, großer Alexander Benning hat in einem direkten Vergleich gegenüber einer kleinen, zierlichen Nora Bracht logischerweise Vorteile.
die nächsten SchießenIn den nächsten Wochen wurde nicht ganz so sehr auf die Leistung geschaut. Einige Jugendliche machten erste Forschritte beim freihändigen Schießen, Silke Bracht lernte ihnen teilweise, worauf man beim stehenden Schießen achten muss. Mit Begeisterung wurden die ersten Schieß-Spiele durchgeführt. Beim "Tannenbaum"-Spiel mussten rivalisierende Geschwister Teamgeist zeigen... Beim Dorffest während der 1150-Jahres-Feier wurde die Werbetrommel gerührt. Einige Jugendliche zeigten sich interessiert. Beim ersten Schießen danach waren allerdings ausschließlich bekannte Gesichter zu sehen. An eine Pause während der Sommerferien war nicht zu denken; die Jugendlichen mochten gern weiter schießen. Da sich die Urlaubspläne der Schießwarte nicht überkreuzten, waren Silke und Winfried hierzu natürlich gern bereit. Torsten, wegen seines Schichtdienstes nur sporadisch dabei, machte seine ersten Erfahrungen mit den Jugendlichen.
die ersten "echten" DurchgängeIm Juli waren die ersten Jugendlichen so weit, dass sie die ersten vollständigen Durchgänge, also 10 Schuss auf 10er-Spiegel, durchführten. Hier zeigte sich, dass für einige Schützen der Sprung vom aufgelegten zum freihändigen sitzenden Schießen recht groß ist. Sie merkten aber schnell, dass sie durch Üben ihr Leistungsvermögen steigern können. Es war sehr angenehm, dass sie sowohl gute als auch schlechte Ergebnisse als Ansporn sahen. Es wurde den Jugendlichen überlassen, ob sie freihändig oder aufgelegt schießen wollten. Schließlich sind einige Schützen schlicht noch nicht in der körperlichen Konstitution, ein Gewehr freihändig ruhig zu halten. Teilweise benötigten sie Hilfe beim Laden der Gewehre; das Betätigen des Seitenspanner erfordert Kraft und einen "langen Arm".
aufgelegt:
Nach den Durchgängen, die recht ernsthaft angegangen wurden, wurden natürlich weiterhin Schießspiele durchgeführt. Das Tannenbaum-Schießen geriet zu einem mitunter hitzig geführten "Geschlechter-Kampf". Hier wurden mehrere Varianten ausprobiert, bei denen die Jugendlichen einen oder auch zwei Schuss machen mussten.
kleine FortschritteIm August kamen einige weitere "Neuzugänge" hinzu: Johanna und Joline Rehra aus Hamm-Herringen, Laura Kampert und Nico Kappelhoff fügten sich nahtlos in die Gruppe ein.
aufgelegt:
weiterer VerlaufIn den nächsten Monaten "konsolidierte" sich die Gruppe etwas. Die 12-jährigen kamen leider mit Ausnahme von Nora nicht mehr, die "Älteren" festigten ihre Leistungen. Aufgelegt geschossen wurde nur noch übergangsweise bei einigen Schießspielen, die aber mehr und mehr ihren Reiz verloren. Stattdessen wurde kräftig geübt. Als im Oktober 2008 das erste Gildeschießen des neu gestarteten Wettbewerbs anstand und der Schützenverein etwas knapp an Leuten war, kamen Leah Bracht und Rebekka Vorbeck zu ihrem ersten Einsatz in der Gildepokal-Mannschaft des Schützenvereins Stockum. Welch ein Erfolg: Rebekka wurde gleich bester Stockumer Schütze dieses ersten Durchgangs! Auch beim zweiten Durchgang im Februar 2009 schossen beide mit und erreichten gute Ergebnisse. Alexander Benning wäre beinahe auch in die Mannschaft "gerutscht", hatte aber einen privaten Termin, der eine Teilnahme verhinderte. Die Nachmittage haben sich ebenfalls mittlerweile etwas verändert. Natürlich steht das Schießen im Vordergrund, aber es werden auch Karten gespielt, auf eine elektronische Dartscheibe geworfen, ein Buch gelesen oder einfach auch mal nur Blödsinn gequatscht. Der Zusammenhalt ist hervorragend, der Umgangston herzlich; manchmal ruhig und nett, manchmal rauh und etwas deftig. Ganz wie Jugendliche halt sind... Gesucht werden nach wie vor junge Leute, die ein derartiges Schießen einmal ausprobieren möchten.
Zuwachs in der GruppeIm Februar 2009 schauten Robin Schmitz und Sascha Brandt durch's Fenster, um zu schauen, was sich in unseren Räumlichkeiten tut. Sie konnten für die Schießgruppe gewonnen werden. Wie die anderen zu Beginn auch, mussten sie feststellen, dass das nicht so einfach ist und man einiges tun muss, um ein guter Schütze zu werden. Die Schießwarte waren jedenfalls froh über die ersten "neuen Gesichter" seit Längerem. Die besten Ergebnisse im Januar und Februar:
aufgelegt:
Ein Jahr Jugend-SchießgruppeZeit für ein Resümee. Die Jugendgruppe kann als "Erfolgsgeschichte" gewertet werden; in das Vereinsleben sind die Mitglieder der Jugendgruppe voll integriert. Bei den vereinsinternen Schießen mischen sie mit, einige Jugendliche vertreten den Verein bereits beim Pokalschießen der Werner Schützengilde. Auch außerhalb des Schießens, beispielsweise in der Avantgarde des Vereins, sind die Jugendlichen aktiv. Bei den wöchentlichen Treffen wird die Gemeinschaft gepflegt: neben dem Schießen kann auch auf eine Dartscheibe geworfen werden, es wird Karten "gekloppt" oder auch einfach nur über Themen unterhalten, die den Jugendlichen wichtig sind. Insgesamt haben bereits 16 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren das Luftgewehr-Schießen ausprobiert. Mittlerweile hat sich die Beteiligung auf fünf bis acht Jugendliche eingependelt.
Ende einer Krise?"Immer wenn Du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her". In den Monaten zuvor fragte man sich - positive Stimmung zum einjährigen Jubiläum hin oder her - angesichts des geringen Teilnehmerstammes, wo die Jugendgruppe hingeht. Nach einigen intensiven Gesprächen während des Sommerfestes haben sich bereits beim ersten Schießen im September 2009 mit Tobias Gorschlüter, Philip Gräser und Daniel Helmig gleich drei Jugendliche im Alter zwischen 17 und 18 Jahren blicken lassen. Anders als im Frühjahr hatte man sofort den Eindruck, dass die "Neuen" gut zur bestehenden Mannschaft passen. Vielleicht - hoffentlich - war der Sommer 2009 tatsächlich die Talsohle, die durchschritten wurde.
VeränderungenIn der Tat brachten die drei Neuen Schwung in die Jugendgruppe. Insbesondere Philip Gräser kam regelmäßig zu den wöchentlichen Treffen. Er und Alexander Benning konnten im Februar 2010 ihr Debüt im Gildepokal im Kolpinghaus bei den Bürgerschützen feiern; sie konnten somit sofort die Erfahrung eines Schießens auf einem fremden Stand machen. Ebenso wie Rebekka Vorbeck machten sie die Sache gut.
Eine nicht so erfreuliche Änderung gab es noch: am 17. März 2010 gibt Silke Bracht bekannt, ihre Aufgabe als Betreuerin der Jugendschießgruppe nicht mehr ausführen zu können. Nachdem Torsten Lengsfeld bereits im Sommer 2008 erkennen musste, dass er die Betreuung der Jugendschießgruppe zeitlich nicht bewerkstelligen konnte, verbleibt Winfried Vorbeck als einziger Betreuer.
EtablierungDie Jugenschießgruppe besteht mittlerweile aus sieben Teilnehmern. Alexander Benning, Christoph Frie und Peter Vorbeck als "Jungs der ersten Stunde", Rebekka Vorbeck als "Quoten-Mädchen", Philip Gräser und Dennis Vogt als "Hinzugekommene" und David Vorbeck als "Nesthäkchen". Selten, dass weniger als 5 Jungschützen an den wöchentlichen Terminen dabei sind. Im Herbst 2010 gab es gleich drei bemerkenswerte Ereignisse, die belegen, dass die Jugendlichen sich im Schießsport etabliert haben:
Weihnachtsfeier 2010Die Jugendgruppe hatte ein erfolgreiches Jahr 2010, daher beschloss Schießwart
und "Aufseher" Winfried Vorbeck, eine kleine "Weihnachtsfeier"
zu organisieren. Schließlich konnten die Jugendlichen im Lauf des
Jahres einige Male zeigen, dass sie mit den anderen Schützen mithalten
können. Mit enorm viel Ehrgeiz kämpften sechs Teilnehmer um Schoko-Weihnachtsmänner. Es wurde geschossen, Karten gekloppt und Dart geworfen. Rebekka Vorbeck konnte schließlich den größten Weihnachtsmann für sich erringen, David Vorbeck folgte auf dem zweiten Platz vor Dennis Vogt, Alexander Benning, Peter Vorbeck und Christoph Frie. Philip Gräser war an diesem Tag leider verhindert. Nach der "Siegerehrung" wurden die Gewehre weggepackt. Vom nahem "Restaurant Steckis Grill" wurde die Schießkasse bemüht und Essen geholt. Und - natürlich nur wer es altersbedingt durfte - auf Kosten des Schießwartes ein paar Bierchen und alkoholfreie Getränke getrunken.
März 2011Und weiterer Rekord, den die Stockumer Jugendschießgruppe aufstellte: David Vorbeck ist mit 13 Jahren und 7 Tagen der jüngste Gildeschütze aller Zeiten! Und mit 88 Ringen erreichte er ein wirklich gutes Ergebnis.
September 2011Ein neues Gesicht in der Jugendschießgruppe: Markus Budde konnte es kaum abwarten, endlich 12 Jahre alt und damit die Voraussetzung für die Aufnahme in Gruppe zu erfüllen. Da es einigen Jugendlichen besser auskam, wurde der wöchentliche Termin auf den Dienstag verlegt. Im September 2011 schafften es mit Alexander Benning, Dennis Vogt und Rebekka Vorbeck gleich drei Jungschützen, die Höchstringzahl 100 zu erzielen.
Weihnachtsfeier 2011
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